“Ich tue, was nötig ist”

 

Liebe Leserinnen und Leser !

 

Haben Sie schon einmal gesagt:

 

“Ich tue, was nötig ist”

 

Wann haben Sie es gesagt?

 

Meinten Sie das ernst?

 

Ich selbst benutze diese Aussage immer häufiger, da ich mich weiter entwickeln, weiter wachsen will. Ich trainiere meine gewollte geistige Konditionierung und entdecke immer eindringlicher, dass wir es besser ernst meinen, wenn wir die Aussage “ich tue, was nötig ist” denken oder aussprechen.

 

Je öfter ich diese Aussage selber treffe, desto mehr erlebe ich, dass ich es auch meine und danach handele. Damit arbeite ich an meiner Verlässlichkeit.

 

Es gab aber eine Zeit, da war ich nicht sicher, ob die Worte „ich tue, was nötig ist“, nicht eine rabiate Art von Interessenvertretung zu Lasten von Moral und Integrität bedeuteten. Andere Menschen oder unsere Umwelt mit Füßen zu treten – skrupellos. Ich weiß jetzt, dass das nicht wahr ist. Es gibt nur einen Menschen, der unsere Moral und Integrität überhaupt gefährden kann, und das sind wir selbst mit unseren Entscheidung und Handlungen. Disziplin (ein anderer Begriff für „ich tue, was nötig ist“) ist keine Primär- sondern eine Sekundärtugend. Sie dient immer einem anderen Zweck, sie ist kein Selbstzweck. Die Qualität dieses Zweckes, ob positiv oder negativ, ob moralisch oder unmoralisch, bestimmen wir selbst und niemand sonst.

 

Häufig bedeutet „ich tue, was nötig ist“, dass ich Dinge tue, auf die ich keine Lust, „keinen Bock“ habe, und die andere Menschen auch nicht gerne tun. Meist sind das Dinge, deren Tun den Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen, glücklichen und unglücklichen Menschen kennzeichnen. Für mich ist es z. B. nicht schwierig, früh aufzustehen und die morgendliche Stille für wichtige Aufgaben zu nutzen. Abends muss ich mich aber oft zusammen nehmen, um mich nicht fallen zu lassen und mich mit einer mehr oder minder fadenscheinigen Ausrede vor wichtigen Aufgaben zu drücken. So lange ich 7 Stunden Schlaf bekomme, ist alles im grünen Bereich. Die Aussage „ich tue, was nötig ist“ schützt mich immer häufiger davor, abends in eine Art Selbstmitleid zu verfallen („das war jetzt aber wirklich ein langer Tag, und nun habe ich mir eine Pause verdient“). Sie schützt mich davor Dinge zu unterlassen, die mir „eigentlich“ wichtig sind.

 

Viele Menschen sagen,  sie hätten für wichtige Aufgaben nicht genug Zeit, und doch ist es lustig zu sehen, wie viel Zeit sie für Fernsehen, Computerspiele, Kneipen- oder  Kinobesuche oder was auch immer finden. Ich behaupte nicht, diese Dinge seien schlecht. Was ich sagen will ist, dass wir die Zeit frei machen können, wenn wir denn wirklich wollen. Eine Voraussetzung für ein erfülltes Leben ist, Dinge aus unserem Leben heraus zu schneiden, die eine Belastung für unsere Zeit und Ressourcen sind. Ein guter Freund von mir nennt das Fernsehen den „Glücks- und Einkommenskiller Nr.1″. Nicht schlecht.

 

Ich erinnere mich an die Geschichte einer jungen alleinerziehenden Mutter mit einer super Geschäftsidee, die sie einer Gruppe von professionellen Investoren präsentierte. Als sie ihren Business-Plan diskutierte, wollten die Investoren immer mehr über sie wissen. Diese junge alleinerziehende Mutter erzählte, dass sie an zweieinhalb Arbeitsplätzen arbeitete, um das Geld zu verdienen, das sie in ihr Geschäft und die Betreuung ihres Sohnes stecken wollte. Sie hatte bereits Erhebliches an Zeit und Geld für Marktforschung und Produktentwicklung investiert. Auf diese Weise erhielt Sie mehrere Aufträge von Supermärkten. Ihr einziges Problem war, dass sie nun große Mengen Kapital für ihren Geschäftaufbau benötigte.

 

Nun, die potentiellen Investoren waren von der Motivation, dem Engagement und den Vorarbeiten so beeindruckt, dass diese junge Frau die Unterstützung bekam, die sie brauchte und verdiente. Durch die Einstellung „ich tue, was nötig ist“, ohne Ausreden, Erklärungen und Entschuldigungen hatte sie sich die Hilfe mehr als verdient.

 

Der Erfolg ist die Bereitschaft Dinge zu tun, die erfolglose Menschen zu tun nicht bereit sind. Kurioserweise geschieht es oft, dass wir diese Tätigkeiten dann sogar zu schätzen lernen, wenn wir sie wirklich zu beherrschen anfangen. Nehmen Sie einen erfolgreichen Fußballer, der von frühester Kindheit an trainiert hat – mehr als alle, die seinen Eifer belächelt oder abgelehnt haben. Tagein, tagaus hat er an sich gearbeitet, sich keine Entschuldigungen durchgehen lassen und nach dem Motto gelebt „ich tue, was nötig ist“ …. „um ein erfolgreicher Fußballer zu werden“. In allen Berufen und Lebensbereichen gibt es Beispiele, die uns immer wieder zeigen, wie gut es uns tut, „zu tun, was nötig ist“. Früher nannte man das Selbstdisziplin. Von mir aus können wir diesen Begriff wieder aufleben lassen, wenn wir verstehen, was er beschreibt:

 

Eine Sekundärtugend, keinen Selbstzweck.

 

Es ist beglückend zu sehen, welche Veränderungen sich ergeben, wenn wir anfangen, uns zu bewegen, weg von unproduktiven und hin zu produktiven Gewohnheiten. Wie wäre es, den Fernseher 3x  in der Woche ausgeschaltet zu lassen? Wie wäre es, mit diesen 6 bis 10 Stunden pro Woche an einem persönlichen Wunsch zu arbeiten?  Haben Sie einen erfüllbaren, bisher aber unerfüllten Wunsch? Dann aber nichts wie los!

 

Ihr

 

Dr. Jan C. Wulff

 

 

 

Mein Wunsch an alle Leser: Ein Gutes Neues Jahr 2012 mit innerem und äußerem Wachstum

Es ist für mich eine Freude und Herzensangelegenheit, Euch/Sie in 2012 bei Ent-Wickelungen und Erlebnissen zu begleiten. Ob wir wollen oder nicht, 2012 wird Veränderungen bringen, kleinere und/oder größere. Deshalb gehe ich darauf jetzt ein wenig ein.

Manchmal freuen wir uns auf Veränderungen – ein neuer Partner, eine neue Arbeit, eine neue Wohnung… Manchmal mögen wir Veränderungen gar nicht, vor allem wenn sie von außen kommen und wir sie nicht gewollt haben. In diesen Fällen neigen wir dazu, beim Alten festhalten zu wollen, obwohl uns das in unserer Wirklichkeit eher schadet als nützt.

Wie auch immer, Veränderungen sind nicht immer einfach. Warum nur? Weil Veränderungen uns aus unserer Konfortzone herausführen und deshalb unseren inneren Schweinehund aktivieren ( Sie erinnern sich, der sagt uns: “Haben wir schon immer so gemacht, haben wir noch nie so gemacht, da kann ja jeder kommen”)

Ein Hinweis: Wenn wir etwas suchen, wo wir es suchen, haben wir es schon gefunden. Immer dasselbe, immer härter und immer länger verfolgen ist selten ein erfolgsträchtiger Weg. Hingegen, die Bereitschaft neue und damit unbekannte Wege zu gehen, bringt meistens bessere Ergebnisse.

Ob es uns gefällt oder nicht: Wir schaffen uns unsere Realität selbst – da sind wir schöpferisch tätig. Und ob wir Veränderungen nun freiwillig oder erzwungener Maßen gegenüber stehen, das erste, was wir tun müssen, ist unser Denken verändern. Denn, worauf wir unsere gedankliche Aufmerksamkeit richten wird mehr, größer, wichtiger. Das führt dann vom Denken über das Fühlen zum Handeln. Und unser Handeln bestimmt unsere Ergebnisse. Alles das kann weitgehend unbewusst ablaufen. Es läuft aber immer so, in allen Lebensbereichen: Menschliche Beziehungen, Arbeit, Besitz, Spiritualität etc..

Konkret: Wenn wir glauben und denken, diese oder jene Veränderung sei rundherum nur negativ, werden wir uns negativ fühlen und entsprechend handeln und dann ziehen wir negative Ergebnisse in unser Leben, die genau unserem Denken entsprechen. Wenn wir uns aber sagen: “Diese Veränderung birgt sicherlich auch gute Möglichkeiten, darauf konzentriere ich mich jetzt”, dann ziehen wir positive Ent-Wickelungen in unser Leben. Das sind dann die Vorhersagen, die sich von selbst erfüllen (self-fulfilling prophecy). Anpassung an die Veränderungen ist weniger schmerzhaft und anstrengend, weil wir uns nicht auf die mit ihnen einhergehenden Unbequemlichkeit und Unvorhersehbarkeiten konzentrieren.

Wenn in dem vor uns liegenden Jahr Veränderungen kommen, heißen wir sie am besten als ein Geschenk willkommen. Das heißt nicht, den Verlust eines Menschen, einer Beziehung, einer Arbeit, der Heimat oder sonst irgend etwas zu ignorieren, sondern lediglich, dass wir nicht in dem Verlustgefühl verharren und uns an ihm festhalten.

Überleben tut nicht der stärkste (z. B. Dinosaurier, Konzerne), der schlaueste (z. B. geniale aber erfolglose Erfinder) sondern der-/diejenige, der die jeweiligen Situationen und Umstände  am besten zu nutzen weiß.

Die Idee, mit einer Ent-Wickelung zu gehen heißt, Veränderungen nicht nur willkommen zu heißen sondern sie als persönliche Wachstumschance zu verstehen (Konformismus ist etwas Anderes, Konformisms ist Feigheit). Nur zur Erinnerung: Bei der Elektrifizierung der Eisenbahn bestanden die Gewerkschaften darauf, dass die Heizer der vergangenen Dampflokomotiven auf den E-Loks ihren Job behalten sollten. Hatte das Zukunft, hat das den Heizern genützt? Nein, es hat sie beim Finden eines neuen Berufes behindert.

Zum Schluss eine Übung: Macht eine Liste mit inneren und äußeren Veränderungen, die 2012 passieren sollen oder müssen. Und dann denkt über die Chancen der Veränderungen nach und seht ihnen mit Freude und Spannung entgegen. Und dann beginnt mit der Arbeit der Umsetzung.

Herzlich

Ihr/Euer

Dr. Jan C. Wulff 

 

Der innere Schweinehund und die Komfortzone

Kennen Sie Ihren inneren Schweinehund?

Wer kennt ihn nicht?

Einmal will er nicht zu rauchen aufhören, ein anderes Mal bindet er uns an die Schokolade.

Er lähmt uns, er sagt uns: “Beweg Dich nicht, das hat Dein Großonkel auch nicht getan und der ist 93 Jahre alt geworden”.

Der Schweinehund liebt die drei deutschen Betriebsregeln: “Das haben wir schon immer so gemacht”, “Das haben wir noch nie so gemacht”, und  “Da kann ja jeder kommen”.

Wohin führt uns unser Schweinehund? In die Stagnation. Wenn wir aus sich ändernden Umständen oder Einsichten keine Schlussfolgerungen ziehen und dementsprechend auch keine Taten folgen lassen, bleibt Alles beim Alten. Dann rauchen wir wider besseres Wissen weiter, dann ändern wir unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen nicht, dann hören wir nicht darauf, was Lebenspartner/Geschwister/Kinder/Eltern/Freunde/Kunden/Klienten/Arbeitgeber/Arbeitnehmer bewegt und wir laufen Gefahr, sie zu verlieren.

Woher kommt der Schweinehund und warum hat er so viel Macht über so viele Menschen?

Der Schweinehund lebt von frühen Erfahrungen, die wir alle in unseren frühen Lebensjahren gemacht haben, jeder von uns. Diese Erfahrungen haben uns gelehrt, uns in einer bestimmten Weise so zu verhalten, dass wir sicher durchs Leben kommen. In meiner Kindheit waren Lebensmittel knapp. Ich habe zwar nicht gehungert, aber es war nicht gerade üppig. So hatten die Tischregeln “es wird gegessen, was auf den Tisch kommt” und “Mutter freut sich, wenn keine Reste übrig bleiben” zur Folge, dass meine Geschwister und ich diese Regeln weitgehend einhielten. Das diente der Organisation des Mangels und dem Familienfrieden, denn meine Mutter konnte durchaus ungemütlich werden, wenn´s nicht nach ihrer Mütze ging.

Heute leben wir in einem Lebensmittelüberfluss, der das Aufstellen und Einhalten solcher Regeln völlig unzeitgemäß macht. Immerhin gibt es heute einen hohen Prozentsatz an übergewichtigen Menschen einschließlich Kindern, denen es gut täte, zeitgemäßes Essverhalten zu praktizieren. Wenn wir in unserer Kindheit aber vorgelebt bekommen, dass die Stimmung der Eltern sich besänftigt, wenn sie zu Zigaretten, Alkohol, Schokolade, Coca Cola greifen, verstehen wir, dass diese Dinge unsere Stimmung verbessern. Das haben sie ja bei unseren “allmächtigen” Eltern auch getan. Um diesen Zusammenhang in seiner Bedeutung würdigen zu können, ist es wichtig zu erkennen, dass Kinder ihre Eltern notwendigerweise als allmächtig erleben: Die können alles, was ich noch nicht kann, die wissen alles, was ich nicht weiß, die haben alles, was ich nicht habe. Eltern sind aus Kind-Perspektive Gott-ähnlich. Das gibt Kindern existentielle Sicherheit, auch Urvertrauen genannt. Und ohne Urvertrauen gibt es keine gesunde Kind-Entwicklung.

Was machen wir mit diesen kindlichen Einsichten, wenn wir heranwachsen? In der Pubertät proben wir den Aufstand gegen elterliche Regeln, weil wir zu verstehen beginnen, dass die Eltern nicht allmächtig sind und keineswegs in Allem immer Recht haben. Haben wir in diesem Alter nicht den Mut oder die Gelegenheit, überkommene Auffassungen zu revidieren, dann verfestigen sie sich und können schon in jungen Jahren zu Erstarrungen führen, die zu den 3 deutschen Betriebsregeln führen, die die Grundlage für den Schweinehund bilden. Der Schweinehund  kann sich daraus speisen, dass wir überkommene Ansichten nicht revidieren oder dass wir genau das Gegenteil von dem denken und tun, was die überkommenen Regeln verlangen. Menschen, die aus Prinzip das Gegenteil von dem für richtig halten, was “Autoritäten” befürworten, sind genau so Gefangene ihrer überkommenen Auffassungen wie diejenigen, die sich nicht trauen, eigene Ideen zu entwickeln und nach ihnen zu leben.

Die drei deutschen Betriebsregeln möblieren einen Zustand, der heute gern die KOMFORTZONE genannt wird. In der kennen wir uns aus und an der halten wir fest, auch wenn sie durchaus Unannehmlichkeiten mit sich bringen kann. So ist ein notorischer Einbrecher gewohnt, immer wieder im Gefängnis zu landen. Obwohl das Leben dort von erheblichen Einschränkungen geprägt ist, ist es doch wenigstens bekannt und deshalb nicht Angst-einflößend. Ähnlich bei Kindern, die glauben Aufmerksamkeit nur dadurch zu erhalten, dass sie gegen alle Regeln verstoßen und dadurch immer wieder Strafen riskieren. So ungewohnt der Gedanke vielleicht sein mag: Diese Kinder und die gewohnheitsmäßigen Einbrecher leben genauso in ihrer Komfortzone wie die Menschen, die es sich nicht angewöhnen wollen, einen gesunden körperlichen oder geistig-seelischen Lebensstil zu leben.  Komfortzone = Schweinehund.

Was tun, wenn wir etwas Neues wollen, dafür aber aus unsere Komfortzone verlassen müssen?
Dazu mehr in meinem nächsten Blog. Bleiben Sie dran!

Ihr

Dr. Jan C. Wulff

Was unterscheidet erfolgreiche und glückliche Menschen von erfolglosen und unglücklichen?

Nun, zwischen Erfolg und Misserfolg liegen oft nur Nuancen: Eine Millisekunde trennt vielleicht die Medaillen-Gewinner von den Nächstplazierten. Im Fußball muss eine Mannschaft  manchmal nur eine einzige Torchance etwas entschlossener nutzten als die andere und wird deshalb gewinnen.

Viel alltäglicher : Nuancen in Wortwahl, Gestik und Stimme spielen im Privaten wie Beruflichen oft die entscheidende Rolle, ob ein Gespräch positiv – erfolgreich –  oder negativ verläuft.  Und was entscheidet darüber, wie wir die Worte wählen, welchen Gesichtsausdruck, welche Wortwahl und welche Gestik wir wählen?

Kennen Sie das Phänomen des Angstbeißers? Der macht sich unbeliebt, weil er aus Angst zu versagen beißt und damit oft genau das Gegenteil von dem erreicht, was er/sie eigentlich erreichen wollte. So etwas nennt man dann Misserfolg. Angst also als Ursuche für Misserfolg.

Wenn ich einen Termin nicht wahrnehme, weil er mir Unbehagen verursacht, kann das der Grund dafür sein, dass ich eine Chance nicht wahrnehme. Wenn ich zu früh aufgebe aus Angst, nicht durchhalten zu können, aus Angst vor Häme, Gelächter oder sonstigem Unverständnis meiner Mitmenschen, schaffe ich den Durchbruch nicht , obwohl der vielleicht unmittelbar bevor stand.

Angst als Alltagserscheinung

Praktisch alle kleinen und großen „Heldentaten“ des Alltags gehen mit mehr oder weniger Anspannung/Unbehagen/Angst einher. Sei es ein Gespräch mit dem Chef, sei es ein Entlassungsgespräch mit einem Mitarbeiter, sei es das Turnier im dörflichen Tennis-Verein, sei es eine Reise mit dem Flugzeug, sei es das erste Date mit einem Mann, einer Frau, sei es eine klärendes Gespräch mit einem Freund, einer Freundin, den Eltern, den eigenen Kindern. Die Liste ist beliebig lang.

Haben auch Sie gelegentlich Unbehagen/Angst davor, etwas falsch zu machen, Angst vor einem Misserfolg oder gar Angst davor, richtig gehend zu versagen? Angst kann lähmen, wer würde das nicht bei sich selbst oder Anderen kennen?  Alles das gehört zu unserem Leben.

Was unterscheidet erfolgreiche von erfolglosen Menschen? Sehen wir uns zuerst die Erfolglosen an: Sie leugnen ihre Angst(Unbehagen) oder sie lassen sich von ihr ausbremsen oder einschüchtern. Sie vermeiden Herausforderungen – z. B. die unangenehmen Gespräche – , sie vermeiden jedes Risiko,  um nur keinen Misserfolg einzukassieren. Da gibt es die Geschichte eines Goldgräbers, der lange Zeit vergebens nach Gold sucht. Schließlich gibt er auf und verkauft sein Land. Sein Nachfolger gräbt weiter und macht innerhalb weniger Tage einen riesigen Fund. Der unglückliche Goldgräber hat  zu früh aufgegeben. Er hatte Angst vor weiteren Enttäuschungen und Misserfolgen.

Wie gehen Menschen mit ihrer Angst um, die in ihrem Privat- oder Berufsleben glücklich und erfolgreich sind?

Marc Twain hat es treffend formuliert:

“Mut ist der Widersacher der Angst – Mut besiegt die Angst – Mut bedeutet aber nicht die Abwesenheit von Angst”.                                           D.h.: Glückliche, erfolgreiche Menschen haben zwar so viel Angst wie “Versager”, sie lassen sich davon aber nicht aufhalten. Das ist der einzige Unterschied zwischen erfolglosen/unglücklichen  und erfolgreichen/glücklichen Menschen.

 

Noch ein Zitat, dieses Mal von Winston Churchill:

Erfolgreich ist derjenige, der von Misserfolg zu Misserfolg geht und trotzdem sein Ziel fest im Auge hat und seine Begeisterung aufrechterhält. Wer Churchills Biographie auch nur oberflächlich kennt, weiß, dass er nur mit Hilfe dieser Denkweise zu der Bedeutung kommen konnte, die ihm einen unauslöschlichen Eintrag in die Geschichtsbücher sicherte. 

Diese beiden Zitate bedeuten: Angst ist kein Verbots-Schild, sondern lediglich eine Aufforderung, umsichtig zu sein. Natürlich ist es nicht sinnvoll, Angst zu ignorieren und dadurch zu Schaden zu kommen. Wenn aber keine  wirkliche  Gefahr droht – und das ist meistens der Fall – will und darf und soll Angst durch Mut überwunden werden. Sonst bleiben wir im Status quo hängen und verpassen eine wunderbare Möglichkeit nach der Anderen.

Durch Mut unschädlich gemachte Versagensangst beflügelt. Das kann man bei allen kleinen und großen Sportterminen an den Spielern/Athleten bewundern: Stellen wir uns ein Fußballspiel vor, in dem eine Mannschaft zur Halbzeit mit 0:2 im Rückstand liegt. Sie war ein wenig lahm gestartet und mag sogar versagt haben. Entmutigt geht sie in die Kabine. Dort erwartet sie der Trainer mit aufmunternden und anfeuernden Reden. Ermutigt geht die Mannschaft in die zweite Halbzeit und dreht das Spiel zum Endstand von 3:2. Nach dem Versagen kommt der Erfolg, wenn wir mit Mut und Begeisterung weitermachen.

Oder: Sie duschen so richtig schön warm. Was braucht es, um anschließend die Mischbatterie auf kalt zu stellen? Überwindung  (= Mut).

Oder: Ein Baby lernt das Laufen: Es zieht sich am Stuhl hoch und stolpert die ersten Schritte – bupps, das sitzt es auf dem Allerwertesten – es zieht sich irgendwo wieder hoch und läuft weiter – bupps, da sitzt es schon wieder. So geht es scheinbar endlos weiter. Hat es Angst, das Laufen nie zu lernen, hat es Angst davor zu versagen? Nein, nie und nimmer. Das Kind, das Laufen lernt, hat keine Angst vor dem Versagen, denn es will, es will, es will.            Entmutigung kommt allenfalls von außen durch unnötige Warnungen. Kleine (manchmal auch größere)  Blessuren sind unsere Lehrmeister. Wenn wir jede kleinste Blessur zu vermeiden versuchen, werden unsere Kinder – und wir selbst – niemals beglückenden Erfolg haben.

Sehen Sie solche Bilder vor sich?

Sogar die gesamte Menschheit geht von Misserfolg über Misserfolg über Misserfolg zum Erfolg. Der Einzelne kann es im Kleinen wie im Großen erleben. Nur durch Mut und Ausdauer geht es letztlich immer weiter bergauf. Kann man das lernen? Man kann! Nur Mut !!!! Bleiben Sie dran.   Dr. Jan C. Wulff